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Baby and firefighter
15 Apr 2018

Gesunde - "und krebsfreie" - Feuerwehrleute - Teil 1: Ein Buch zur Verbesserung des Arbeitsumfelds

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Es ist seit langem bekannt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Feuerwehrberuf und dem Risiko, an einer schweren Krankheit zu leiden, besteht. Im Jahr 2007 stellte die Weltgesundheitsorganisation den Zusammenhang zwischen dem Feuerwehrberuf und verschiedenen Krebsarten - Hodenkrebs, Prostatakrebs und Krebs des Lymphsystems - fest.

Stefan Magnusson and David Hultman
Text by Stefan Magnusson and David Hultman. Photos by Johan Eklund, except for page 19, David Hultman and page 25, Claes-Håkan Carlsson.

Zu diesem Ergebnis kam eine Arbeitsgruppe aus 24 Forschern aus zehn verschiedenen Ländern (Straifet al. 2007).

Viele Fragen bleiben unbeantwortet, und es herrscht Unklarheit darüber, wie Feuerwehrleute im Laufe der Zeit durch ihr Arbeitsumfeld beeinträchtigt werden. Der Kontext ist komplex, da so viele verschiedene Faktoren zusammenwirken, um die Gesundheit von Feuerwehrleuten zu beeinflussen.

Untersuchungen zufolge führen die Gesundheitsrisiken, die die Arbeitssituation von Feuerwehrleuten mit sich bringt, nicht nur zu Krebs, sondern auch zu anderen Gesundheitsproblemen wie Fruchtbarkeitsstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Allergien (LeMasters et al. 2006).

Wenn wir die Bedingungen der Feuerwehrleute zusammenfassen, können wir eine Reihe von Gesundheitsfaktoren unterscheiden, die bekannt und gut dokumentiert sind.

Dieser Artikel entspricht den Kapiteln 1 und 2 des Buches Healthy Firefighters. Sie können das gesamte Buch als PDF auf CTIF.org hier herunterladen

Der Beruf des Feuerwehrmanns ist mit einer offensichtlichen und versteckten Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen in verschiedenen Formen verbunden.

Feuerwehrleute arbeiten oft im Schichtdienst mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und damit unregelmäßigen Belastungsmustern.

Feuerwehrleute setzen sich für kurze Zeiträume extrem harten körperlichen und thermischen Belastungen aus.
Feuerwehrmann zu sein ist eher mit einer Identität als mit einem Beruf verbunden, was zu einer langen Beschäftigungsdauer führt.

Dies wiederum legt den Grundstein für Berufskrankheiten.

Niemand kann genau wissen, welchen Stoffen oder Kombinationen von Stoffen der einzelne Feuerwehrmann ausgesetzt ist und in welchem Umfang dies geschieht. Für unbekannte Stoffe gibt es keine hygienischen Grenzwerte. Es lässt sich nicht feststellen, in welcher Dosis oder wie lange ein Mensch unbekannten brennbaren Gaspartikeln ausgesetzt sein muss, damit sie schädlich sind.

Es ist daher schwierig, Gesundheitskontrollen einzuführen, die eine frühzeitige Warnung vor einer drohenden Erkrankung ermöglichen. Einige der heute verfügbaren Diagnosemethoden für diese Arten von Krankheiten sind noch nicht ausgereift und nicht ganz zuverlässig. Ein Beispiel ist der PSA-Test für Prostatakrebs (Cooper et al. 2004).

Der Versuch, eine Krankheit in einem frühen Stadium zu diagnostizieren, kann daher zu unnötigen medizinischen Behandlungen und Ängsten bei den Betroffenen führen. Die Krebsarten, um die es hier geht, lassen sich nur schwer vorhersehen und in ihrem Anfangsstadium erkennen. Gleichzeitig ist der Zusammenhang zwischen einem erhöhten Krankheitsrisiko und dem Beruf des Feuerwehrmannes erwiesen. (LeMasters et al. 2006).

Eine vernünftige Schlussfolgerung daraus muss daher sein, dass es wichtig ist, die Gelegenheiten zu minimieren, bei denen Feuerwehrleute mit unbekannten Stoffen und Substanzen in Kontakt kommen. Theoretisch sollte es möglich sein, die Feuerwehrleute vollständig vor dem Kontakt mit schädlichen Stoffen zu schützen.

In der Praxis sind die Feuerwehrleute jedoch manchmal gezwungen, sich in eine äußerst ungesunde Arbeitsumgebung zu begeben, um ihre Arbeit verrichten zu können. Solche Situationen treten nicht nur bei großen, spektakulären Bränden auf, sondern auch bei kleineren, alltäglichen Vorfällen.

Diese alltäglichen Vorfälle sind so häufig, dass sie wahrscheinlich den größten Teil der Gesamtexposition gegenüber Schadstoffen ausmachen. Selbst wenn der Arbeitgeber alle verfügbaren Mittel einsetzt, um die Situation der Feuerwehrleute zu verbessern, kann die Arbeitsumgebung nicht völlig steril und frei von schädlichen Situationen und Partikeln sein. Mit gesundem Menschenverstand und einfachen Mitteln lassen sich jedoch deutliche Verbesserungen für die Feuerwehrleute erzielen.

Bislang fehlte eine Zusammenstellung wirksamer Maßnahmen zur Reduzierung der Fremdstoffbelastung im Arbeitsumfeld der Feuerwehrleute. Dieses Buch enthält Beispiele und solide Ratschläge, wie Feuerwehrleute und Organisationen mit sehr einfachen Mitteln ein verbessertes Arbeitsumfeld und damit auch eine bessere Gesundheit für die Feuerwehrleute erreichen können.

Das Projekt "Gesunde Feuerwehrleute" und das Skellefteå-Modell
Schweden ist keine Ausnahme, wenn es um die Probleme geht, mit denen Feuerwehrleute in der ganzen Welt konfrontiert sind. Das Arbeitsumfeld von Feuerwehrleuten ist ein globales Problem, und in Kanada, Australien und Teilen der USA werden mehrere Krebsarten als Berufskrankheit bei Feuerwehrleuten eingestuft (Forrest, A. 2012).

Um die derzeitige Situation schnell und angemessen zu ändern, sind energische Maßnahmen erforderlich. Bereits 2006 schlossen sich schwedische Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen zu diesem Thema in einem gemeinsamen Projekt zusammen, das den Namen "Friska brandmän" (Gesunde Feuerwehrleute) erhielt.

In einer mittelgroßen Feuerwache im Norden des Landes wurde im Rahmen des Projekts ein Modell entwickelt, mit dem die Gesundheitsrisiken angegangen werden können. Diese Arbeitsmethode wurde unter dem Namen Skellefteå-Modell bekannt, nach dem Standort der Rettungsdienste, an dem die Methode entwickelt wurde.

Das Skellefteå-Modell wurde 2011 von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz mit dem prestigeträchtigen "Good practice award" ausgezeichnet und erhielt damit internationale Anerkennung. Gemeinsam mit dem Europäischen Gewerkschaftsinstitut (EGI) hat der Europäische Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst (EGÖD) das Skellefteå-Modell seit 2012 in sein Aktionsprogramm aufgenommen. In dem Programm wird das Modell als Skellefteå-Modell bezeichnet. Das Skellefteå-Modell wird in internationalen Zusammenhängen auch als The Swedish Way bezeichnet.

Fokus auf die Exposition gegenüber unbekannten Substanzen
Dieses Buch befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Beruf des Feuerwehrmanns und dem Risiko, durch wiederholten Kontakt mit unbekannten Schadstoffen schwer zu erkranken. Es werden auch Maßnahmen vorgeschlagen, um damit umzugehen.

Es gibt viele weitere Beispiele für Berufskrankheiten, von denen Feuerwehrleute betroffen sein können. Mehrere Studien haben untersucht, wie sich Nachtschichten und Störungen des zirkadianen Rhythmus auf den menschlichen Körper auswirken. Es ist erwiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen Störungen des zirkadianen Rhythmus und Stoffwechselstörungen sowie Veränderungen des Hormonspiegels gibt.

Störungen des zirkadianen Rhythmus erhöhen auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (David und Mirick 2006). Viele Feuerwehrleute arbeiten regelmäßig im Schichtdienst, mit häufigen Nachtschichten. Dies hat zur Folge, dass der normale Schlaf und der zirkadiane Rhythmus gestört werden können, zusätzlich zu dem zusätzlichen Stress bei Notfalleinsätzen. Solche Themen werden in diesem Buch jedoch nur am Rande behandelt.

Das Skellefteå-Modell hat sich international durchgesetzt und ist auch als The Swedish Way bekannt.
Außerdem werden Verletzungen durch wiederholte Belastung, Muskel-Skelett-Erkrankungen, die Exposition gegenüber Flüssigschaum, Löschpulver, Inertgasen und anderen chemischen Löschmitteln hier nicht behandelt. Das Gleiche gilt für Verbrennungen, Blutinfektionen, Fruchtbarkeitsstörungen und Verletzungen durch Traumata wie Stürze, Explosionen, Quetschungen, Erdrutsche und ausbildungsbedingte Verletzungen.

Der Begriff "Feuerwehrleute" wird hier als Sammelbegriff verwendet, der in bestimmten Fällen auch andere Angehörige des Rettungsdienstes einschließen kann.

Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar mit den im Text verwendeten Begriffen und Ausdrücken.

KAPITEL 2: Verbrennungsgase

Inhalt der Verbrennungsgase
Die genauen Stoffe und Verbrennungsprodukte, die bei einem Brand entstehen, hängen von der Art und Menge des Brennstoffs, der Größe und Beschaffenheit der Oberfläche, dem Zugang zu Sauerstoff, der Temperatur und anderen Bedingungen ab (Karlsson & Quintiere, 2000).

All diese Variablen machen es schwierig, die Art und Menge der bei einem Brand entstehenden Abfallprodukte zu bestimmen. Der Ausgangspunkt ist jedoch, dass an der Brandstelle immer Schadstoffe entstehen.

Da es in unserer Umgebung so viele künstliche Materialien gibt, entstehen bei den meisten Bränden Verbrennungsprodukte, die aus synthetischem Material stammen. Bei einem Pyrolyseversuch von sieben gängigen Kunststoffen wurden über 400 verschiedene Stoffe festgestellt.

Es ist wahrscheinlich, dass dabei auch weitere, nicht identifizierbare Stoffe entstanden sind (Bengtsson & Antonsson, 1993). Bei einem normalen Hausbrand beispielsweise gibt es natürlich eine viel größere Anzahl von Stoffen.

Zu den in Verbrennungsgasen häufig vorkommenden Stoffen, die als krebserregend eingestuft wurden, gehören: Benzol, Dioxin, Formaldehyd, polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Vinylchlorid. Einige dieser Stoffe können leicht über die Haut aufgenommen werden. Bestimmte Stoffe, wie z. B. häufige Bestandteile von Flammschutzmitteln, können die Hustenreflexe betäuben und dämpfen. Das bedeutet, dass noch mehr Stoffe aufgenommen werden.

Einige Stoffe werden in den größten Mengen produziert, wenn die Verbrennung unvollständig ist, wenn das Feuer stark verrußt ist und nicht genügend Sauerstoff enthält. Andere Stoffe werden weiter produziert, wenn die Flamme erloschen ist, der Brennstoff aber noch glüht. Dies ist häufig beim endgültigen Erlöschen eines Feuers der Fall (Bengtsson und Antonsson, 1993).

Es werden ständig neue Mischungen und Verbindungen von Materialien entwickelt. In unserem Leben stoßen wir auf immer mehr neue Materialien mit zum Teil unbekannten Eigenschaften, die kurz- und langfristig eine Gefahr für die Gesundheit darstellen können. Ein Beispiel sind Nanopartikel, bei denen die extrem kleine Größe dazu führt, dass ein Stoff in Nanomaterialien ganz andere Eigenschaften haben kann als in seiner normalen Form.

Nanopartikel, die im Vergleich zu anderen Partikeln einen geringen Durchmesser haben, können die Schutzbarrieren lebender Organismen durchdringen. Die Nanopartikel werden leicht über die Haut und die Atemwege aufgenommen, über das Blut in den Körper transportiert und in verschiedenen Organen verteilt und angereichert. Obwohl die Forschung gezeigt hat, dass bestimmte Nanomaterialien sehr giftig sind, müssen weitere Studien durchgeführt werden, die die Auswirkungen dieser Partikel auf die Gesundheit über einen längeren Zeitraum umfassender dokumentieren. (Ostiguy et al. 2006).

Trotz kontinuierlicher Forschung auf diesem Gebiet ist es fast unmöglich, die langfristigen Auswirkungen von Stoffen auf den Menschen im gleichen Tempo zu dokumentieren, wie neue Nanostoffe auf den Markt kommen. Auch die Eigenschaften der Stoffe bei ihrer Verbrennung müssen besser dokumentiert werden.

Bei Brandübungen mit bekannten Brennstoffen wie Holz, Spanplatten, Gas, Ethanol, Diesel und Feuerzeugbenzin bilden sich Produkte wie PAK (polyaromatische Kohlenwasserstoffe), VOC (flüchtige organische Verbindungen), Oxide, Isocyanate, Dioxine und Partikel, die sich negativ auf den Körper auswirken, in unterschiedlichen Größen.

Am Einsatzort sind die Feuerwehrleute mehr unbekannten Stoffen aus dem Feuer ausgesetzt als bei der Ausbildung, da viele Arten von Brennstoffen gleichzeitig vorhanden sind. Ausbilder und Feuerwehrleute, die viel trainieren, können jedoch während der Ausbildung häufiger schädlichen Stoffen ausgesetzt sein. (Svensson und Månsson 2009).

Ausbreitung von Brandgasen
Verbrennungsgase und Verbrennungsgaspartikel können sich ausbreiten und die Umgebung kontaminieren. Dies zeigt sich daran, dass selbst ein kleiner, begrenzter Brand in einem Haushalt erhebliche Schäden in angrenzenden Bereichen und auf angrenzenden Flächen verursacht.

Nach Angaben von Insurance Sweden (2010) belaufen sich die Zahlungen an Versicherungsnehmer, die einen Brandschaden erlitten haben, in Schweden auf rund 5 Milliarden SEK pro Jahr. Dies deckt nur Sachschäden ab. Hinzu kommen die Kosten für die medizinische Versorgung, die Rehabilitation, die Abwesenheit vom Arbeitsplatz usw.

Selbst kleine Wohnungsbrände kosten Hunderttausende von schwedischen Kronen an Dekontaminations- und Wiederherstellungskosten. Es ist also sehr kostspielig, die Räume nach einem Brand zu säubern, um sie von Schadstoffen und Gerüchen zu befreien. Bei komplexeren und ausgedehnteren Bränden, z. B. in Industriegebieten, ist die Verbreitung von Schadstoffen und toxischen Partikeln noch größer.

In solchen Situationen ist es nicht ungewöhnlich, dass die Rettungsdienste die Öffentlichkeit vor giftigem Rauch informieren und warnen. Die Warnung kann Menschen in Gebieten betreffen, die relativ weit vom Brandherd entfernt sind. Trotzdem befinden sich ungeschützte Feuerwehrleute in unmittelbarer Nähe des Brandortes oft in einer wesentlich schlechteren Umgebung.

REFLECT
Wissen Sie als Feuerwehrmann, ob das Haus, das Sie gerade löschen, Asbest enthält oder wie viele Glaspartikel von einer eingeschlagenen Autoscheibe am Einsatzort in der Luft sind?

Die Aufnahme von Schadstoffen durch den Körper
In diesem Zusammenhang gibt es drei Hauptwege, auf denen Schadstoffe aus der Luft in unseren Körper gelangen können (Rodricks 1992):
- durch Einatmen
- über die Hautaufnahme
- über den Mund (oral).

Aufnahme durch Einatmen
Alle Menschen müssen atmen, um zu überleben. Die normale Atemfrequenz in Ruhe beträgt 12-20 Atemzüge pro Minute (ca. 7-14 Liter Luft). Unter extremer Belastung können Feuerwehrleute mit normaler Lungenkapazität bis zu 100 Liter Luft pro Minute einatmen (Malmsten & Rosander 2006).

Enthält die eingeatmete Luft Fremdstoffe, wird der Stoffwechsel dieser Stoffe im Körper bei schwerer Arbeit verstärkt.

Es kommt nicht selten vor, dass Feuerwehrleute glauben, ihre Atemwege durch einfache Lösungen zu schützen, die in Wirklichkeit keinen angemessenen Schutz bieten. Beispiele dafür sind das Atmen durch die Nase statt durch den Mund, in der Hoffnung, dass Nasenhaare und Schleimhäute sie filtern und vor schädlichen Substanzen im Rauch schützen. Ein weiteres Beispiel ist die "Skip-Atming-Methode", die auf der Theorie beruht, dass eine geringere Häufigkeit der Atemzüge in einer schlechten Luftumgebung die Aufnahme von Schadstoffen verringert.

Auch das Atmen in die Ellenbogenfalte oder in den Kragen ist ein gängiges Mittel zum Schutz. Leider ist keine dieser Methoden besonders wirksam. Diese Methoden können als irrational angesehen werden, sind aber ein echtes Problem und haben logische Erklärungen. Dieses Verhalten tritt in Situationen auf, die nicht geplant oder absichtlich herbeigeführt wurden. Solche Situationen entstehen beispielsweise, wenn der Wind plötzlich dreht, das Feuer schnell seinen Charakter ändert oder wenn die Feuerwehrleute ihre Position ändern und den Brandherd umrunden müssen. Oft gibt es keinen unmittelbaren Zugang zum Schutz der Atemwege und keine Möglichkeit, die Arbeit abzubrechen und sich in eine bessere Umgebung zu begeben.

Eine häufige Art von Notruf und Aufgabe ist die "Untersuchung von Rauchgeruch". Um einen vermuteten Brandherd zu lokalisieren, setzen Feuerwehrleute häufig ihren Geruchssinn als Hilfsmittel ein. Aus logischen Gründen werden in solchen Situationen Schutzausrüstungen für die Atemwege verwendet, und die Feuerwehrleute befinden sich dann oft in Räumen, die Menschen normalerweise nicht betreten.

Dabei kann es sich um Dachböden, Lagerräume, Kriechkeller, Lüfterkammern und Lüftungsräume handeln. In solchen Räumen kann das Vorhandensein von Schimmel, Sporen, Staub und anderen schädlichen Partikeln in der Luft nicht ausgeschlossen werden. Für die Feuerwehr spielt die Situation normalerweise keine Rolle, aber in anderen Zusammenhängen würde das Betreten dieser Räume als gefährlich angesehen werden.

Schadstoffe im Zusammenhang mit Bränden werden vom Körper durch Einatmen, Absorption durch die Haut und über den Mund aufgenommen.

Es ist wichtig, die Haut und die Atemwege in allen Situationen zu schützen, in denen Schadstoffe auftreten können.

Situationen, die auf den ersten Blick nicht als gefährlich wahrgenommen werden, können leicht übersehen oder fälschlicherweise für harmlos gehalten werden. Atemschutz wird fast immer dann eingesetzt, wenn die Umgebung so ungeeignet und unangenehm ist, dass die Feuerwehrleute mit ihren natürlichen Sinnen feststellen können, dass die Umgebung giftig oder gefährlich ist. Aber in Situationen, in denen die normalen Abwehrmechanismen wie Geruch, Geschmack, Tränenkanäle und Hustenreflex nicht auf natürliche Weise reagieren, ist es normal, dass die Feuerwehrleute kein Atemschutzgerät benutzen.

Einige der Schadstoffe, die bei Bränden entstehen, kann man sehen und riechen, andere sind völlig unsichtbar oder geruchlos. Eine Umgebung ohne störenden Geruch oder sichtbaren Ruß ist also nicht unbedingt harmlos, auch wenn keine Bedrohung wahrgenommen wird. Der Grund für das Tragen von Atemschutz liegt nicht darin, dass Verbrennungsgase immer giftig sind, sondern darin, dass es für Feuerwehrleute unmöglich ist, festzustellen, ob die Luft, die sie einatmen, schädlich ist oder nicht (Bengtsson & Antonsson, 1993).

REFLECT
Gibt es gegenwärtige oder vergangene Zusammenhänge und Situationen, auf die Sie sich beziehen können, in denen Sie unfreiwillig gezwungen waren, schlechte Luft einzuatmen, weil Sie nicht in der Lage waren, Ihre Atemwege zu schützen?

Wenn Feuerwehrleute ihre eigene Haut mit kontaminierten Händen berühren, kommt die Hautoberfläche mit Brandgaspartikeln in Kontakt.

Aufnahme durch Hautabsorption
Es gibt viele Situationen, in denen die Haut von Feuerwehrleuten mit Schadstoffen in Berührung kommt. Dies geschieht jedes Mal, wenn die Feuerwehrleute ihre eigene Haut mit kontaminierten Händen oder mit Handschuhen, die mit Brandrückständen in Berührung gekommen sind, berühren, zum Beispiel beim Kratzen oder Urinieren. Ein weiteres Beispiel ist, wenn sich die Feuerwehrleute in einer verrauchten Umgebung befinden und eine Hautpartie freigelegt wird. Hier kommen Partikel aus Verbrennungsgasen mit der Hautoberfläche in Berührung.

Wie viel von einer Substanz über die Haut vom Körper aufgenommen wird, hängt von der Menge und Art der Substanz, der Größe der Moleküle und dem Hautzustand ab. Die Substanz durchdringt warme und verschwitzte Haut schneller als trockene oder kühle Haut (Thors et al. 2013).

Feuerwehrleute haben oft warme und verschwitzte Haut, wenn sie sich in Umgebungen aufhalten, in denen Fremdstoffe vorhanden sind. Darüber hinaus ist die Haut von Feuerwehrleuten nicht nur bei körperlich anstrengenden Aufgaben wie Rauchtauchen, Schlauchverlegung, Belüftung oder anderen anspruchsvollen Einsätzen warm und feucht. Die Konstruktion und die funktionellen Anforderungen an die Einsatzkleidung führen dazu, dass auch bei einfacheren Aufgaben eine höhere Temperatur entsteht.

Viele Medikamente sind so konzipiert, dass sie über die Haut aufgenommen werden, z. B. schmerzstillende Cremes, Medikamente gegen Herzkrankheiten und Nikotinpflaster. Da diese Medikamente Moleküle enthalten, die die Hautbarriere passieren, können sie in den Blutkreislauf aufgenommen werden und so ihre Wirkung entfalten. Auf die gleiche Weise können unerwünschte und schädliche Moleküle in den Körper der Feuerwehrleute gelangen, wenn sie mit der Haut in Berührung kommen.

Heute weiß man, wie die Schutzkleidung der Feuerwehrleute verhindert, dass die Umgebung, z. B. bei der Brandbekämpfung in Gebäuden, auf die Haut gelangt.

REFLECT
Überlegen Sie, wie Ihre Haut mit sichtbarem Ruß in Berührung gekommen ist und wie lange Sie nach einem Brand noch Rauch auf Ihrem Körper riechen können. Handelt es sich dabei um Minuten, Stunden oder gar Tage? Können Sie überhaupt wissen, welche Stoffe auf Ihrer Haut verbleiben?

Aufnahme durch Verschlucken
Nicht alle chemischen Schadstoffe und Substanzen vom Brandort können mit unseren natürlichen Sinnen wahrgenommen oder erkannt werden. Das macht die Situation noch tückischer und ist einer der Gründe, warum Feuerwehrleute dazu neigen, unbekannte Stoffe zu schlucken (orale Aufnahme). Dies kann in verschiedenen Situationen geschehen:

Gase und Partikel, die über die oberen Atemwege eingedrungen sind, gelangen über Schleim und Speichel in den Verdauungstrakt und werden so in den Körper aufgenommen.

Nach oder während längerer Operationen muss Nahrung aufgenommen werden.

Das Essen wird oft am oder direkt neben dem Einsatzort verzehrt, ohne dass die Feuerwehrleute die Möglichkeit haben, sich umzuziehen, zu waschen oder gar das Essen an einen sauberen Ort zu bringen.

Feuerwehrleute, die Schnupftabak verwenden und Arbeiten ausführen, bei denen ihre Hände kontaminiert werden, laufen Gefahr, über ihre Finger Fremdstoffe in den Mund zu bekommen, wobei der Schnupftabak als Träger dient.
Beim Essen in der Nähe eines Brandherdes besteht die Gefahr, dass schädliche Stoffe über den Mund in den Körper gelangen.

Die richtige Ausrüstung und eine gute Arbeitsmethode sind wichtig für den Schutz der Feuerwehrleute vor Schadstoffen.

Die gefährlichen Auswirkungen von Brandgasen
Mehrere Forschungsstudien haben gezeigt, dass für Feuerwehrleute ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten besteht (LeMasters et al. 2006). Um die Qualität und Zuverlässigkeit von Studien über Krankheiten, die sich erst nach langer Zeit manifestieren, zu gewährleisten, müssen Messungen über einen langen Zeitraum durchgeführt werden.

Parallel zu diesen Studien wurden die persönliche Schutzausrüstung und die Arbeitsmethoden der Feuerwehrleute entwickelt und verbessert, was sich positiv auf ihr Arbeitsumfeld ausgewirkt hat.

In den letzten Jahrzehnten hat das Vorkommen neuer Materialien und chemischer Stoffe in unserer Umgebung drastisch zugenommen. Für viele neue Stoffe gibt es keine oder nur unzureichende Unterlagen darüber, wie sie sich langfristig auf die Gesundheit auswirken (Ostiguy et al. 2006). Die Berufskultur und die lokalen Arbeitsmethoden sind weitere Faktoren, die sich darauf auswirken, wie Feuerwehrleute Verbrennungsgasen und deren schädlichen Auswirkungen ausgesetzt sind.

Kombinationswirkungen
Wenn eine Person gleichzeitig mehreren verschiedenen Stoffen ausgesetzt ist, tritt eine der folgenden Situationen ein:

- Die Stoffe haben keinerlei Wirkung aufeinander.
- Die Stoffe werden zusammengeführt (additiv).
- Die Stoffe wirken sich gegenseitig entgegen (Antagonismus).
- Die Stoffe verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung (Synergie).

Je gefährlicher die Stoffe sind, denen der Mensch ausgesetzt ist, desto schädlicher ist in der Regel die Wirkung (Mayer 1977). Wenn Feuerwehrleute Verbrennungsgasen und Partikeln ausgesetzt sind, sind sie mehreren Schadstoffen gleichzeitig ausgesetzt.

Die Auswirkungen sind schwer abzuschätzen, aber es besteht die Gefahr von Synergieeffekten. Stoffe, die sich in einer bestimmten Menge auf den Körper auswirken (oder nicht auswirken), können eine ganz andere Wirkung haben, wenn der Körper vorher, nachher oder gleichzeitig einer anderen Substanz ausgesetzt wird (Lidman 2008). Es besteht die Gefahr, dass die Mischung verschiedener Stoffe, die vom Körper des Feuerwehrmannes aufgenommen werden, noch schädlicher wird als die Summe der einzelnen Bestandteile; es kann zu einem synergistischen Effekt oder "Cocktail" kommen.

Wenn Menschen mehreren schädlichen Stoffen gleichzeitig ausgesetzt sind, kann die Mischung gefährlicher sein als die Summe ihrer Bestandteile. Dies wird als Cocktaileffekt bezeichnet.

Wie sich Schadstoffe auf den Körper auswirken
Abgesehen von den bereits erwähnten Auswirkungen von Schadstoffen auf die Gesundheit können sich diese Stoffe auch auf alles andere auswirken, vom Herzen über das Immunsystem, die Muskeln, die Nerven und die inneren Organe bis hin zum Hormonregulierungssystem des Körpers, einschließlich der Fortpflanzungsorgane (Lidman, 2008). Kinder von Feuerwehrleuten haben ein drei- bis sechsmal höheres Risiko für

Einige Stoffe, denen Feuerwehrleute ausgesetzt sein können, stehen im Verdacht, reproduktionstoxisch zu sein, oder sind nachweislich reproduktionstoxisch im Vergleich zu Kindern von Eltern in anderen Berufsgruppen (Olshan et al. 1989).

Es wurde auch festgestellt, dass Feuerwehrleute bei ihren normalen Aufgaben im Zusammenhang mit Einsätzen Substanzen ausgesetzt sind, die im Verdacht stehen, fortpflanzungsgefährdend zu sein, oder bei denen dies festgestellt wurde (McDiarmid et al. 1991).

Einige Stoffe, die bei Bränden entstehen (z. B. Acetaldehyd und Formaldehyd), reagieren miteinander oder z. B. mit Wasser (Speichel oder Schleim in den Atemwegen). Diese Stoffe können entweder in den oberen Atemwegen verbleiben oder bis in den Magen und die Lunge transportiert werden und dort schädliche Wirkungen entfalten. Einige Stoffe (z. B. Isocyanate aus Klebstoffen, Kunststoffen und Farben) können Asthma, Allergien und andere Überempfindlichkeiten auslösen, selbst bei Personen, die nur geringen Mengen ausgesetzt sind, wenn dies wiederholt geschieht.

Freie Radikale bilden sich bei Bränden von normalen Baumaterialien. Freie Radikale sind sehr reaktionsfreudig, d. h. sie reagieren leicht mit anderen Stoffen und haben u. a. eine schädliche Wirkung auf die DNA.

Am Brandort sind die Feuerwehrleute der Gefahr ausgesetzt, einem Schadstoffgemisch aus Brand- und Pyrolysepartikeln, Gasen und Abfallprodukten ausgesetzt zu sein. Dazu können Schwermetalle (Blei, Kadmium, Uran), verschiedene chemische Stoffe (Benzol, polyaromatische Kohlenwasserstoffe, Toluol, Formaldehyd) und Mineralien (Asbest, Siliziumdioxid, Silikate) gehören.

Auch die Feuerwache, in der die Feuerwehrleute viel Zeit verbringen, enthält komplexe Stoffgemische in Partikelform. (LeMasters et al. 2006).

Schwere Erkrankungen können die Folge davon sein, dass man vielen verschiedenen Schadstoffen ausgesetzt war. Es ist auch erwiesen, dass Kombinationen verschiedener Chemikalien, die für sich genommen nicht besonders schädlich sind, völlig neue und sehr gefährliche Wirkungen hervorrufen können (Mayer 1977). Feuerwehrleute sind an der Brandstelle und bei der Handhabung von Material, das mit Schadstoffen aus dem Feuer in Berührung gekommen ist, der Gefahr ausgesetzt, einer großen Menge fremder Chemikalien ausgesetzt zu sein. In der Regel sind sowohl die Art als auch die Konzentration der Stoffe, die bei einem Brand und einer Pyrolyse entstehen oder freigesetzt werden, den Feuerwehrleuten nicht bekannt.

Menschen sind unterschiedlich empfindlich gegenüber verschiedenen Chemikalien und Chemikaliengemischen. Das bedeutet, dass das Risiko, aufgrund der Exposition gegenüber fremden Stoffen zu erkranken, bei verschiedenen Personen unterschiedlich hoch ist.
Es ist bekannt, dass sich bei Bränden schädliche Stoffe bilden. Verschiedene Stoffe können in Kombination noch gefährlicher werden,

Einige Stoffe, die bei Bränden entstehen, führen erst dann zu schädlichen Wirkungen, wenn sie mit Wasser aus dem Speichel oder Schleim in den Atemwegen reagieren.

Die Menschen sind unterschiedlich empfindlich, und das Krankheitsrisiko ist unterschiedlich hoch. Feuerwehrleute, die diesen Gemischen ausgesetzt sind, wissen nicht, welchen Stoffen sie ausgesetzt sind und wie sich dies auf sie auswirkt.

Es ist bekannt, dass Feuerwehrleute als Berufsgruppe von bestimmten Krankheiten betroffen sind, aber es ist nicht bekannt, welche Feuerwehrleute davon betroffen sind. Durch die bereits erwähnten Metastudien (LeMasters et al. 2006) wurde festgestellt, dass Feuerwehrleute ein höheres Risiko für bestimmte Krebsarten haben. Weniger erforscht ist, welche anderen Krankheiten durch die Einwirkung von Fremdstoffen bei der Feuerwehr entstehen können.

Es sind weitere Studien erforderlich, um den Zusammenhang zwischen dem Feuerwehrberuf und anderen schweren chronischen oder subchronischen Krankheiten als Krebs zu untersuchen.

Frühzeitige und zuverlässige Diagnosen sind schwer zu stellen
Der einzige vernünftige Weg, um festzustellen, wie Menschen durch Kombinationen unbekannter Stoffe, die vermutlich in komplexen Gemischen in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten sind, beeinträchtigt werden, sind Tests oder Probenahmen. Das Problem bei einigen der Krankheiten, von denen Feuerwehrleute betroffen sind, ist, dass sie lange Zeit latent bleiben können, bevor Symptome auftreten oder überhaupt messbar sind (Barry 2001).

Die Messung und Kontrolle von Krankheiten ist daher schwierig. Abgesehen von der Tatsache, dass detaillierte Gesundheitsuntersuchungen ressourcenintensiv und langwierig sein können, ist es schwierig zu entscheiden, was und wie gemessen werden soll. Da die Substanzen und ihre Folgen unbekannt sein können, kann dies auch dazu führen, dass man sich bei der Messung bestimmter Substanzen in falscher Sicherheit wiegt, da die relevantesten Tests diejenigen sein könnten, die nicht durchgeführt werden. Gesundheitsuntersuchungen sind notwendig, aber bevor wir Gesundheitsmarker messen, müssen die Messungen so zuverlässig sein, dass sie bei der untersuchten Person keine weiteren Bedenken hervorrufen.

Selbst wenn es möglich ist, das Vorhandensein bestimmter Stoffe im Körper von Feuerwehrleuten zu messen und nachzuweisen, ist es derzeit schwierig, die Folgen der Kombination von Stoffen vorherzusagen, denen eine bestimmte Person ausgesetzt war, und wie sich dies langfristig auf sie auswirkt.

Bei der Diskussion über das erhöhte Risiko von Feuerwehrleuten, aufgrund ihrer Arbeit ernsthaft zu erkranken, muss immer berücksichtigt werden, dass jeder Mensch an Krebs und anderen Krankheiten erkranken kann. Krebs kommt in allen Berufsgruppen vor, und es ist sehr schwierig, in jedem Einzelfall sicherzustellen, dass eine Krankheit, die sich erst nach langer Zeit manifestiert, arbeitsbedingt ist. Gleichzeitig ist der Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit eines Feuerwehrmanns und einem erhöhten Krebsrisiko erwiesen, so dass es wichtig ist, dafür zu sorgen, dass Feuerwehrleute nicht mehr als unbedingt nötig Schadstoffen ausgesetzt sind.

Die Folgen von Schadstoffen im Körper lassen sich nur schwer vorhersagen, auch wenn es möglich ist zu prüfen
ob die Stoffe im Körper vorhanden sind.