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A speaker from the Finnish Fire Investigation Delegation at the CTIF meeting.
13 Jun 2019

Bericht über das internationale Netzwerktreffen zur Brandursachenermittlung in den Niederlanden

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Am Mittwoch, den 22. und Donnerstag, den 23. Mai waren die Niederlande Gastgeber für die Tagung des CTIF-Netzwerks für Branduntersuchungen (CTIF FI). Vierundzwanzig Brandforscher aus dreizehn verschiedenen europäischen Ländern tauschten zwei Tage lang Wissen und Erfahrungen miteinander aus.

CTIF News Logo

"Die Brandforschung ist in den Niederlanden eine junge Disziplin, und wir möchten von Ländern lernen, die bereits seit einiger Zeit auf diesem Gebiet tätig sind. Die Lektionen, die sie in ihrer Entwicklung gelernt haben, helfen uns, uns weiterzuentwickeln.Der Aufbau dieses internationalen Netzwerks ist wichtig", sagtFolkert van der Ploeg von der CTIF-Arbeitsgruppe für Branduntersuchungen.

Fire Investigation Work Group in Netherlands May 2019

Ein Blick in "die Küche eines anderen"

Das Treffen begann am Mittwoch auf dem Twente Safety Campus mit einer Erläuterung des Zwecks der Brandforschung der niederländischen Feuerwehr, ihrer Organisation, ihrer Ausbildung und der Ergebnisse der letzten zehn Jahre (siehe auch Lernen durch Brandforschung). Jeder Vertreter eines Landes hielt dann einen kurzen Vortrag über seine Erfahrungen und Ergebnisse als Brandforscher. Es ist gut, nicht nur mit der eigenen Arbeit und den eigenen Inhalten beschäftigt zu sein. Es ist wichtig, sich umzuschauen, was andere tun und wie sie es tun, auch im Ausland.

"Vor vier Jahren hatte ich die Idee, im Rahmen des CTIF ein Netzwerk von Brandforschern in Europa zu gründen. Mit dem Ziel, voneinander zu lernen, wie wir durch die Brandforschung nicht nur die Brandursachen finden, sondern die gewonnenen Erkenntnisse nutzen können, um die Brandverhütung und Brandbekämpfung weiterzuentwickeln und zu verbessern. Die CTIF-Dachorganisation hat zugestimmt und 2017 hatten wir unser erstes Treffen in Budapest", sagtLászló Bérczi, Vorsitzender der CTIF Fre Investigation Group.

Virtual Reality training for the purposes of Fire Investigation training.

Workshops

Im Workshop New Generation Fire Research konnten die Teilnehmer erleben, wie Brandforschung durch Virtual Reality trainiert werden kann.

In den letzten Jahren wurden in der ganzen Welt Fotos von Übungsfällen gesammelt und in Szenarien umgewandelt. Auf diese Weise können die Brandermittler zusätzlich die Brandursachenermittlung und den Brandverlauf trainieren, ohne tatsächlich ein ausgebranntes Gebäude betreten zu müssen. Im Brandforschungshaus auf dem Twente Safety Campus wurde den Teilnehmern erklärt, wie wir in den Niederlanden Brandermittler ausbilden. Außerdem konnten sie Studenten des Studiengangs Forensic Science an der Saxion University of Applied Sciences in Enschede bei der Durchführung von praktischen Experimenten für ihr Studium beobachten.

Der Workshop "Brennen, um zu lernen" vermittelte einen Einblick, wie aus untersuchten Bränden Lehren gezogen werden. Um zu verstehen, wie einige Brände verlaufen sind, wird die Situation in kleinem Maßstab nachgestellt und das Feuer geht weiter. In diesem Workshop wurde der Einfluss von Isoliermaterial auf einen Brand diskutiert.

Das internationale Treffen wurde am Donnerstagmorgen in Arnheim beim IFV abgeschlossen. Hier wurden die Teilnehmer in die abgeschlossenen und laufenden Studien des Wissensinstituts zur Brandentwicklung und Rauchausbreitung einbezogen.

A dollhouse burn for the purposes of fire investigation research.

Einige Bemerkungen:

- In Finnland ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Feuerwehr Branduntersuchungen durchführt. Für die Ausbildung von Brandforschern wird derzeit ein Online-Training (ähnlich unserem ELO-System) mit Szenarien entwickelt.

- Belgien hat im letzten Jahr mit so genannten Brandanalytikern begonnen und hat bereits eine schöne Sammlung von Daten aus Bränden und einigen Fällen gesammelt.

In Deutschland und Dänemark ist die Brandforschung noch nicht Teil der Arbeit der Feuerwehr. Allerdings wird an der Universität Wuppertal sehr viel über brennende Materialien geforscht. Man denke an Lithium-Ionen-Batterien. 2016,

In Ungarn werden jährlich Feuerwehr-Forschungswettbewerbe durchgeführt. Die Gewinner der regionalen Wettbewerbe nehmen am nationalen Finale teil, wo sie auf theoretisches und praktisches Wissen geprüft werden. Der Wunsch ist es, von nationalen zu internationalen Wettbewerben zu wachsen.

Bei diesem Treffen überreichte Tsjechië ihr zweites Fallbuch über Branduntersuchungen.

Russland verfügt über eine große Sammlung von Daten über Autobrände. Darin wird unter anderem festgehalten, um welchen Fahrzeugtyp es sich handelte und was die Brandursache war.

Die nächste CTIF - FI Tagung wird 2020 in Deutschland stattfinden.

Mit freundlichen Grüßen,

Folkert van der Ploeg