de
Select language
Tommy Baekgaard Kjaer
13 Dec 2018

Tommy Baekgaard Kjaer - Ein Vortrag über Krebs und andere Berufskrankheiten bei Feuerwehrleuten

de
Select language

Tommy Backgaard Kjaer

Tommy Backgaard Kjaer President of the Danish Firefighters Cancer Association is an engaging speaker.

Krebs bei Feuerwehrleuten: "Der größte Teil der toxischen Belastung tritt auf, wenn Sie Ihre BA-Maske abnehmen - die Toxine gelangen über die Haut, die Nase und den Mund in den Körper"

- Tommy Backgaard Kjaer, Präsident der dänischen Feuerwehr-Krebsorganisation

BFC logo

Im obigen Video hält Tommy Backgaard Kjaer - Präsident der dänischen Feuerwehr-Krebsorganisation - einen Vortrag über die dänische Studie und gibt engagierte und wertvolle Empfehlungen, wie man sich vor Giftstoffen, CO2-Kontamination und anderen Traumata auf dem Feuerwehrgelände schützen kann.

Der Vortrag wurde auf dem CTIF-Seminar "Fire, Rescue & New Challenges" in Brüssel am 12. November 2018 gehalten . Das Video wurde gefilmt und bearbeitet von Björn Ulfsson, CTIF News .

Es wird empfohlen, dieses Video im Vollbildmodus mit voller Auflösung (HD 1080p) anzusehen, damit Sie den Text und die Diagramme in der Präsentation besser erkennen können.

Die Fakten in diesem Artikel und die Grundlage des Textes stammen aus einer Studie, die von der dänischen Feuerwehrkrebsvereinigung BFC im Oktober 2017 veröffentlicht wurde.

Der vollständige Bericht kann unten in diesem Beitrag heruntergeladen werden.

Die meiste Exposition entsteht beim Abnehmen der Maske

Bei einem kontrollierten Training bei Beredsskabstyrelsen(der dänischen Katastrophenschutzbehörde DEMA) hat sich gezeigt, dass der Benutzer bei ordnungsgemäßer Verwendung eines vollständigen Atemschutzes gegen die Aufnahme von Partikeln über die Atemluft geschützt ist.

Wird der Atemschutz jedoch nach Beendigung des Rauchtauchens bzw. der Brandbekämpfung abgelegt, steigt die Exposition gegenüber Schadstoffen in den als sicher geltenden Gebieten erheblich an.

Ein vermehrtes Auftreten bestimmter Herzkrankheiten und eine Zunahme bestimmter Krebsarten ist auf die sehr harte Arbeitsumgebung beim Rauchtauchen/Feuerlöschen in Form von erhöhter Körperwärme, hoher Herzfrequenz und der Aufnahme von Karzinogenen zurückzuführen.

Diese Karzinogene werden vor allem über die Haut, aber auch über Mund und Nase aufgenommen.

Zwischen 3 % und 442 % erhöhtes Risiko

Bei 17 Krebsarten zeigt sich eine unterschiedliche Überrepräsentation bei Feuerwehrleuten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung von 4 bis 427 %, 15 davon liegen bei 10 % oder darüber. Rechnet man eine 15 %ige HWE hinzu, wachsen die Zahlen auf 27 verschiedene Krebsarten von 3 bis 442 %, von denen 22 über 10 % liegen.

Es ist erwähnenswert, dass gewöhnlicher Hautkrebs in der Studie nicht enthalten ist, aber frühere Zahlen zeigen 531 Fälle.

International wird davon ausgegangen, dass die HWE zwischen 10 und 25 % liegt und ein Ausdruck des erwarteten besseren Gesundheitszustands von Feuerwehrleuten im Vergleich zum allgemeinen Gesundheitszustand ist. Dieser grundsätzlich bessere Gesundheitszustand kann darauf zurückzuführen sein, dass Feuerwehrleute bereits vor dem Einsatz einem gründlichen Gesundheitscheck unterzogen werden und dass sie während des gesamten Einsatzes in relativ guter Verfassung sein müssen.

Die Zahl der Krebsfälle kann im Laufe der Jahrzehnte variieren, wie man an der Form der Beschäftigung - Vollzeit-, Teilzeit- und Freiwilligenarbeit - sehen kann, aber das ist kein Parameter, der in einer Gesetzgebung, die auf Vermutungen beruht, entscheidend sein sollte, sondern eher die Funktion als Feuerwehrmann.

Das Gleiche sollte auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten.

"Es sollte kein Zweifel mehr daran bestehen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Arbeit bzw. den Arbeitsbedingungen dänischer Feuerwehrleute und der langfristigen Entwicklung von Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt, was eine präsumtive Gesetzgebung erforderlich macht", heißt es in der Schlussfolgerung des Berichts.

Kontaminierte Ausrüstung verunreinigt die Fahrzeuge und die Station

Es ist ein bekanntes Problem, dass Ausrüstungsgegenstände, die bei einem Feuerwehreinsatz verwendet wurden, größtenteils wieder in das Fahrzeug eingebaut werden und so im Laufe der Zeit zu einer Verschmutzung des Fahrzeugs und der Feuerwache beitragen, die in fast allen Fällen in Dänemark in Bezug auf saubere und schmutzige Bereiche/Zonen ungeeignet gestaltet sind. Außerdem gibt es vielerorts keine oder nur unzureichende Reinigungsmöglichkeiten für Ausrüstungsgegenstände, PSA, Fahrzeuge und Einrichtungen (Duschen, Sauna und Umkleideräume) für die Besatzung. Vielerorts ist die Entlüftung der Dieselabgase der Fahrzeuge unzureichend, und mancherorts gibt es außer der natürlichen Belüftung bei geöffneten Toren keine Entlüftung.

Firefighter in mask

Foto oben: Shelley Miller, Sergeant der Feuerwehr von Valdosta, bereitet sich auf eine Übung mit lebendem Feuer im Flugzeug vor, die am 27. April 2016 auf der Moody Air Force Base in Georgia stattfindet. Die Feuerwehrleute teilten sich in Gruppen auf und bekämpften abwechselnd das Feuer, wie sie es auch im Einsatz tun würden. (U.S. Air Force Foto von Airman 1st Class Janiqua P. Robinson/Released)

CTIF NEWS LOGO

Laut einer dänischen Studie über Feuerwehrleute, die bei der offensiven Brandbekämpfung eine BA-Ausrüstung verwenden, besteht ein Zusammenhang zwischen dem Beruf des Feuerwehrmanns und einem erhöhten Risiko, bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedene Krebsarten zu entwickeln.

In einer Biomonitoring-Studie wurde die Exposition einer Gruppe von Feuerwehrleuten gegenüber schädlichen Partikeln und das Krebsrisiko analysiert.

Die Biomonitoring-Studie wurde an 53 jungen, nicht rauchenden Feuerwehranwärtern durchgeführt, die bei der Danish Emergency Management Agency (DEMA) eine Ausbildung zum Feuerwehrmann absolvierten.

Es wurden Biomarker aus der Haut, dem Urin und dem Blut entnommen und die Funktion der Blutgefäße und der Lunge getestet.

Die Studie ergab, dass es einen Zusammenhang zwischen der Tätigkeit als Feuerwehrmann und der Entwicklung bestimmter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedener Krebsarten gibt.

Die Studie ergab auch, dass das Herz beim Rauchtauchen und anderen Formen der Brandbekämpfung mit Atemschutzgeräten stark belastet wird.

Außerdem besteht ein Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Teerstoffen (Pyren und PAK) und der Schädigung der DNA.

Contaminants on firefighter´s bunker gear

Photo by Decontex, a company providing cleaning agents for bunker gear in the form of CO2.

Auch das Gewicht der Ausrüstung ist ein Problem

Physische Stressbelastung: Eine Gewichtsmessung der Ausrüstung zeigt, wie stark die Feuerwehrleute bereits vor der eigentlichen Brandbekämpfung belastet sind (psychische Belastung).

Firefighters gear weights for Danish fire gear

The above numbers are for equipment used by Danish firefighters.

Unterbrochener Schlaf kann Gesundheitsrisiken bergen

Feuerwehrleute müssen manchmal 24 Stunden am Tag in Bereitschaft sein und in der Nacht auf Alarme reagieren, auch wenn sie den ganzen Tag und Abend gearbeitet haben. Die Tatsache, dass sie nicht in der Lage sind, in aller Ruhe aufzuwachen, wenn der Alarm ertönt, stellt eine große Belastung für den Körper dar, und der zirkadiane Rhythmus des Einzelnen wird gestört.

Diese Unterbrechung und Belastung steht im Verdacht, die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems zu erhöhen und einen Zusammenhang mit bestimmten Krebsarten zu haben.

Empfehlungen für die Prävention und künftige Studien:

- Ein Gesetz, das die überrepräsentierten Krebsarten als Berufskrankheit für Feuerwehrleute anerkennt. International genannt "Presumptive legislation. Faires Gesetz für Feuerwehrleute".

- Einführung besserer Präventionsverfahren, die die Exposition von Feuerwehrleuten gegenüber schädlichen Partikeln und Gasen am Ort der Verletzung verringern. Dabei geht es um alle verwendeten PSA und Ausrüstungen.

- Einführung einer Logistik für den ordnungsgemäßen Umgang mit kontaminierter Ausrüstung am Unfallort.

- Einführung von Verfahren für den korrekten Umgang mit kontaminierter PSA und Ausrüstung am Einsatzort, die Einrichtung von Waschräumen in sauberen und unreinen Bereichen sowie sichere und effiziente Wasch- und Dekontaminationsmaschinen.

- Korrekte Gestaltung von Feuerwachen in reinen und unreinen Bereichen.

- Einführung der direkten Punktabsaugung von Fahrzeugabgasen.

- Korrekte Umkleide- und Waschbedingungen für die persönliche Reinigung nach dem Einsatz.

1. Abspülen von Ruß - 2. Sauna zum Schwitzen - 3. Abspülen von Schweiß - 2. regelmäßige Nachwäsche (mit Seife)

- Sondermittel für die Verbesserung der oben genannten Maßnahmen und der Ausstattung, sofern diese fehlt.

Künftige Studien:

- Das BFC arbeitet an einem digitalen Protokollierungssystem zur genauen und persönlichen Dokumentation aller Vorfälle und Belastungen, sowohl physischer als auch psychischer Art (leicht und einfach zu handhaben für Feuerwehrleute und Sanitäter, unabhängig von Ort und Bedingungen). Diese Dokumentation kann zu künftigen epidemiologischen und anderen Studien beitragen. (Das BFC bittet um Sponsoring und Unterstützung für eine schnellere Entwicklung und Veröffentlichung).

- Eine Studie, die den allgemeinen Gesundheitszustand der dänischen Feuerwehrleute im Verhältnis zur Bevölkerung ermitteln soll, um so eine genauere Zahl für den "Healthy Workers Effect" und damit ihren tatsächlichen Ausgangspunkt für die Entwicklung bestimmter Krankheiten und Störungen zu erhalten. International wird dieser Wert auf 10 bis 25 % geschätzt. Der BFC schätzt, dass der allgemeine Gesundheitszustand der dänischen Feuerwehrleute 15 % besser ist als der der Durchschnittsbevölkerung. Eine solche Studie könnte formell vom Statens Institut for Folkesundhed (Nationales Institut für Volksgesundheit) durchgeführt werden.

- Studien über die Toxizität verschiedener Arten von Bränden in Dänemark durch die Sammlung von Brandmaterial. Analyse und Kartierung der Ursachen der Brandausbreitung. Messung und Analyse der Toxizität spezifischer Materialien, die für die Entstehung und Ausbreitung von Bränden wichtig sind.

BFC logoKontakt:

www.brandcancer.dk
info@brandcancer.dk

Der dänische Feuerwehr-Krebsverband BFC (BrandFolkenes Cancerforening) befasst sich mit den oben genannten Themen, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, entweder in Zusammenarbeit mit Schwesterorganisationen, Forschern, Feuerwehrleuten, verschiedenen Organisationen und Herstellern, die ein Interesse an der Verbesserung des Brandschutzes und/oder der Verbesserung der Arbeitsumgebung haben, u. a. durch Arbeitsverfahren und die Entwicklung neuer Produkte.

BFC ist eine 100%ige freiwillige Non-Profit-Organisation ohne spezielle Interessen und wir rufen alle Feuerwehrverbände des Landes und andere, die nicht bereits Teil der Arbeit sind, auf, sich anzuschließen.
Der BFC steht weiterhin mit seinem Wissen und seinem Rat zur Verfügung.

Einschlägige Links:
https://www.viking-fire.com/en/en469
https://www.decontex.com/en/decontex/deco2fire/12
http://safercylinders.dk/trykflasker-brand-redning/
https://www.youtube.com/watch?v=lJZLgCQ1PfA
https://www.youtube.com/watch?v=CR8R3cySPrM
http://www.austlii.edu.au/cgi-bin/viewdoc/au/legis/cth/num_act/sracapffa2011757…
http://www.brandcancer.dk/litteratur/
https://www.youtube.com/watch?v=gUcPl1_a3W4